„Das Buch ist eine Seh- und Denkschule”

Werner Nilles Aufarbeitung des Lebens von Vikar Henn neu aufgelegt

Cloppenburg (hk). Über Jahrzehnte war Ernst Henn nur Insidern bekannt. Erst die Aufarbeitung des Lebens des Vikars, der am 11. April 1945 am Krankenhaus in Löningen durch das Hissen der weißen Fahne vor angreifenden Engländern vielen Menschen das Leben rettete, dabei aber selbst umkam, machte ihn als unerschrockenen Kämpfer gegen das Nazi-Regime bekannt.
2015 erschien das Buch „Ich kann mich nicht vor der Wahrheit drücken”, in dem Werner Nilles das Leben von Vikar Ernst Henn (1909-1945) aufgearbeitet hat. Nilles trug viele Details zusammen über den Priester, der sich vehement gegen das NS-Regime zur Wehr setzte und es immer wieder in Predigten anprangerte. Er war der NS ein Dorn im Auge, wurde angeklagt, dann wurde das Verfahren eingestellt, Vikar Henn wenig später nach Dinklage versetzt.
Das Buch über das Leben des Vikars, das in einer Auflage von 1500 Exemplaren erschien, ist ausverkauft. Jetzt gibt es eine überarbeitete Neuauflage, von der Cloppenburgs Dechant Bernd Strickmann sagt: „Das Buch ist eine Seh-und Denkschule”. Der junge Vikar habe alle Facetten des Antisemitismus von Ausgrenzung über Verfolgung bis hin zu den Gräueltaten erlebt. Gerade in der heutigen Zeit könne das Buch helfen, dass sich zumindest die Gräueltaten nicht wiederholen.
Die Zweitauflage des Buches ist um Ereignisse der vergangenen drei Jahre erweitert. Die Einweihung des Vikar-Henn-Platzes in Cloppenburg oder der jüngst erstmals vergebene Vikar-Henn-Preis für Zivilcourage.
Das Buch ist zum Preis von 15,80 Euro im Forum St. Andreas und der Buchhandlung Terwelp erhältlich. 

BILD:
Buch vorgestellt: Autor Werner Nilles (links) und Cloppenburgs Dechant Bernd Strickmann stellten gestern die Neuauflage des
Buches über Vikar Ernst Henn vor.
FOTO:
Hubert Kulgemeyer