Neue Rikschas

Passagiere teilen ihre Lebensgeschichte

Neues Projekt „Nasen im Wind”: Senioren werden per Rad auf eine gemeinsame Spazierfahrt mitgenommen

Viele Cloppenburger Einrichtungen sowie Stadt und Landkreis beteiligen sich finanziell an der Aktion. Drei Rikschas werden besorgt, der Preis liegt bei 8000 Euro pro Fahrzeug.

VON OLIVER HERMES

Cloppenburg. „Es ist eine tolle Idee und ein schönes Gemeinschaftsprojekt”, erklärte Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese nach der Testfahrt mit einer neuen Rikscha. Drei Fahrzeuge werden angeschafft, geplant sind damit künftig kostenlose Fahrten für Senioren.
Initiator des Projektes „Nasen im Wind” ist Gregor Möller-Reemts. „Ich habe etwas Ähnliches im Fernsehen gesehen und gleich gedacht, dass Cloppenburg auch so etwas braucht”, sagte er bei der Vorstellung.
Die E-Bikes kosten jeweils 8000 Euro, das Geld hat er gesammelt. Beteiligt haben sich neben Stadt und Landkreis auch die Bürgerstiftung Cloppenburg, die Ehrenamtsagentur, der Lions-Club Cloppenburg, die LzO-Stiftung, der Bezirksverband OL und die Kleebaum-Stiftung. „Es gibt in dieser Stadt immer Menschen, die helfen wollen”, sagte Wiese. Das Miteinander funktioniere.
Hintergrund der Idee ist, den Senioren Zeit zu schenken und ihnen weiter eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu bieten.

ZITAT
„Es gibt in dieser Stadt immer Menschen, die helfen wollen”
Dr. Wolfgang Wiese, Bürgermeister

Wie Möller-Reemts erklärt, sollen während der Fahrt Eindrücke der Umgebung ebenso geteilt werden wie Lebensgeschichten. „Eine simple Ausfahrt macht aus Unbekannten Bekannte”, heißt es in der Projektbeschreibung.
Abgestellt werden sollen die Rikschas laut Bürgermeister Wiese zunächst beim Seniorenbüro und beim Hospiz „wanderlicht“. Die Einrichtungen können sie dann nach Bedarf einsetzen. Die Dauer der Fahrt hänge natürlich von den Personen und dem Ziel ab, in der Regel handele es sich um eineinhalb bis zwei Stunden.
Touren werden auf Wunsch ausgearbeitet. Erste Vorschläge hat Möller-Reemts bereits parat: eine Stadtfahrt mit und ohne Stadtpark, eine Fahrt zum Ambührener See an der Soeste entlang, eine Fahrt in die Bührener Tannen oder eine Fahrt durch das Museumsdorf.

Wer Interesse an einer Fahrt hat, kann sich per Mail bei der Ehrenamtsagentur melden (info@ehrenamtsagentur.de). Das Angebot richte sich in erster Linie an mobilitätseingeschränkte Personen.
Außerdem werden freiwillige Fahrerinnen und Fahrer gesucht, gerne auch aus der jüngeren Generation.
Vor der ersten Ausfahrt sei eine Einführung durch erfahrene Rikschafahrer notwendig: „Es ist nicht wirklich schwer, sie zu steuern, allerdings verhalten sie sich im Fahrbetrieb anders als normale Fahrräder”.
Träger des Projektes ist die Bürgerstiftung Cloppenburg 


BILD: Neue Rikschas: Initiator Gregor Möller-Reemts (2. von links) stellte das Projekt den Unterstützern und Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese (links) noch einmal vor.
FOTO: Hermes